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Was bedeutet „Dresdner Christstollen“?

Viele Menschen sind der Meinung, es gäbe ein Rezept für „Dresdner Christstollen“. Fakt ist, es gibt einige wenige Rezeptanforderungen, welche, den Dresdner Traditionen folgend vom „Schutzverband Dresdner Stollen“ wie folgt definiert wurden (dabei bezieht man sich immer auf den Mehlanteil = 100 %):

  • mind. 50 % Butter bzw. Butterfette (z.B. Butterschmalz – keine Margarine!) mind. 65 % Sultaninen

Der Einsatz von Margarine oder anderen gehärteten Pflanzen- oder Tierfetten ist – so steht es in der Satzung des Schutzverbandes - beim „Dresdner Christstollen“ nicht erlaubt. Darüber hinaus gelten allgemeine Festlegungen für gewerblich hergestellten Stollen (z.B. vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz) Trockenfrüchte sind ausschließlich Rosinen, Sultaninen oder Korinthen, auch Zitronat und Orangeat, die Verwendung von Erdnüssen o.ä. ist nicht üblich.

Was unterscheidet unsere „Sächsischen Christstollen“ von den „Dresdner Christstollen“?

Über diese Rezeptanforderungen hinaus, kann jeder Bäcker in seinen Stollenteig hineingeben, was ihm gefällt. Bestes Beispiel: Stollengewürz! Die feinen Aromen eines hochwertigen Christstollens entwickeln sich aus den zugegebenen Trockenfrüchten (süße und bittere Mandeln, Zitronat, Orangeat u.ä.). Gewürze sind da absolut überflüssig! Sie können dem Stollen eine eigene Note geben, allerdings auch Qualitätsmängel überdecken.

Bei unserem feinen „Sächsischen Christstollen“ können wir getrost auf die Zugabe von Gewürzen verzichten.

Der „Dresdner Christstollen“ ist eine geschützte geographische Herkunftsangabe und darf nur von Betrieben im Raum Dresden, welche Mitglied im „Schutzverband Dresdner Stollen“ sind, verwendet werden. Die Qualität der Christstollen der Mitgliedsbetriebe wird vom Schutzverband regelmäßig geprüft. Die Mitgliedsbetriebe erhalten die berühmten Schutzsiegel.

Es gibt ohne Zweifel sehr viele alteingesessene Bäckereien in Dresden, auf deren Qualität verlass ist – daher kommt schließlich der gute Ruf der „Dresdner Christstollen“.

Es gibt aber auch Firmen, die zum Zweck der Stollenherstellung in Dresden eine Betriebsstätte eröffnet haben und natürlich die Backwarenindustrie. Auch diese dürfen mit Recht „Dresdner Christstollen“ herstellen und vertreiben. Die Entscheidung, wie traditionell und handwerklich diese Produkte dann sind, wird dem Verbraucher überlassen.

Die merkwürdige Grenzziehung, welche Gebiete nun zu Dresden gehören und welche nicht, entstand u.a. durch die Standorte des alten Backwarenkombinates der DDR. Deshalb dürfen Pirnaer Bäcker – obwohl die Stadt Pirna nicht an Dresden grenzt – „Dresdner Christstollen“ backen, denn hier gab es eine Produktionsstätte des Backwarenkombinates. Dohnaer Bäcker – obwohl Dohna direkt an Dresden grenzt – dürfen keine „Dresdner Christstollen“ mehr backen.

Firmengründer Manfred Sachse engagierte sich vor der neuen Grenzziehung als Prüfer bei der Stollenprüfung in Dresden. Er bekam viele gute Stollen zu sehen, aber auch etliche schlechte (z.B. mit Spekulatiusgewürz oder völlig zerknetete Rosinen). Daher war ihm die Bandbreite der unterschiedlichsten Qualitäten von „Dresdner Christstollen“ bestens bekannt.

Unser Christstollen war schon immer außergewöhnlich gut, die neue Grenze hat eine seltsame Einbuchtung um uns herum - ein Schelm, wer Arges dabei denkt.

Nach dem wir ab der Neufestlegung der Grenzen für den „Dresdner Christstollen“ keinen solchen mehr backen durften und immer mehr „Neudresdner“ Bäckereien auf dem Markt erschienen, distanzierte sich Manfred Sachse bewusst vom „Dresdner Christstollen“ und buk seit dem seinen „Feinen Sächsischen Christstollen“ - mit wachsendem Erfolg.

Wie gut ist unser „Sächsischer Christstollen“

Unsere traditionelle Rezeptur für unseren handwerklich hergestellten „Sächsischen Christstollen“ orientiert sich natürlich an den Vorgaben für „Dresdner Christstollen“ (Mehl = 100%): Sultaninen 75 % Butter und Butterfette: 50 % (Mehl = 100%) Zitronat, Orangeat 20 % Mandeln süß und bitter: 15 %

Weitere Zutaten: Weizenmehl, Zucker, Milch, Salz, Hefe, Wasser, Zitronenschalenpaste Der schwankende Bitterstoffgehalt der natürlichen Zutat Mandel wird nach sorgfältiger Prüfung und Probe-Backen ggf. durch einen Hauch Bittermandelaroma ausgeglichen.

Im Jahre 2011 haben wir unseren „Sächsischen Christstollen“ zur Stollenprüfung nach DLG-Richtinien des Bäckerinnungs-Verbandes Westfalen-Lippe geschickt und volle 100 Punkte erhalten. Das goldene Prüfungs-Siegel finden Sie auf jedem unserer „Sächsischen Christstollen“. Auch dieses Jahr wird unser Stollen dort wieder geprüft und wir erwarten den selben Erfolg.